Erlebe den Pfingstweg: Thomas berichtet, wie er Jesus sah

Sechstes Lied der CD "Erlebe den Pfingstweg"

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Biblischer Hintergrund

Dieses Lied folgt Johannes 20,24-29 und nimmt dabei bewusst die Spannung der Szene ernst: Thomas hört zuerst den Bericht der anderen Jünger, dass sie den Herrn gesehen haben, und antwortet mit klarer Forderung nach sichtbaren und greifbaren Zeichen. Acht Tage später erscheint Jesus erneut bei verschlossenen Türen und greift genau diese Worte auf. Der Text hält offen, ob Thomas Jesus tatsächlich berührt, weil Johannes zwar die Aufforderung Jesu dazu berichtet, dann aber unmittelbar mit Thomas' Bekenntnis "Mein Herr und mein Gott!" weitergeht. Darum liegt der Schwerpunkt des Liedes auf dem Sehen Jesu, dem Hören seiner Worte und dem Segen für alle, die glauben, ohne selbst zu sehen.

Strophe 1

Als ich zu den Brüdern an kam, sprach ihr Jubel schon von Licht: "Wir sahn Jesus, er lebt wirklich, Thomas, nein, der Tod hält ihn nicht." Doch ich stand noch zwischen Fragen, weil der Schmerz zu tief noch war. Was sie froh bezeugten, klang mir noch nicht fest und noch nicht klar.

Strophe 2

Ich sprach: "Wenn ich nicht die Male seiner Nägel selber seh, wenn ich nicht die Hand an seine offne Seite legen geh, wenn ich nicht an ihm erkenne, dass der Gekreuzigte es ist, dann kann ich dem Wort noch nicht folgen, weil mein Herz ihn noch vermisst."

Strophe 3

Acht Tage später saßen wir wieder hinter fest verschlossner Tür. Und wie damals trat Herr Jesus plötzlich in die Mitte hier. Wieder sprach er erst den Frieden tief in unser Zittern hinein. Und die Angst, die noch im Raume lag, schmolz vor seinem Frieden winzig klein.

Strophe 4

Dann wandte Jesus sich zu mir hin, sprach mein dunkles Fordern an: "Reich den Finger her und sieh meine Hände, sieh, was Liebe tragen kann. Reich die Hand her zu der Seite, sei nicht zweifelnd, glaube mir." Jedes Wort traf tief mein Innerstes, und der Auferstandne stand wirklich hier.

Refrain

Mein Herr und mein Gott, mehr brauchte ich nicht zu sagen. Denn ich sah den Auferstandnen selbst nach den allerschwersten Tagen. Mein Herr und mein Gott, Jesus stand lebendig hier. Ob ich tastete oder nur sah: Er war da, und sprach zu mir.

Strophe 5

Ob ich wirklich ihn berührte, bleibt im Wortbericht doch still. Doch ich weiß: Sein Blick und seine Stimme trafen mich ans Glaubensziel. Nicht mein Greifen trug das Wunder, nicht mein Prüfen machte wahr, sondern Jesus selbst kam mir entgegen, wie er's seinen Jüngern immer war.

Bridge

Und der Herr sprach weiter zu mir: "Weil du sahst, glaubst du nun mir. Selig sind, die ohne Sehen doch dem Zeugnis fest vertraun." So reicht seine Auferstehung weiter als nur in jenen Raum. Selig ist, wer seinem Worte traut; dieser Glaube lebt und ist kein Traum.

Strophe 6

Nennt mich mancher nur den Zweifler, doch der Herr ließ mich nicht einfach gehen. Aus dem zögernden und fragenden Thomas ließ er einen Zeugen entstehen. Darum will ich weiter sagen, was in jenen Tagen war: Jesus lebt, und wer ihm glaubend folgt, geht im Licht, auch wenn er ihn nicht sah.

Refrain (Final)

Mein Herr und mein Gott, mehr brauchte ich nicht zu sagen. Denn ich sah den Auferstandnen selbst nach den allerschwersten Tagen. Mein Herr und mein Gott, Jesus stand lebendig hier. Selig sind, die nicht gesehen und doch glauben, Herr, an dir. Selig sind, die ihm vertrauen, auch wenn sie ihn niemals sahn.

Die biblische Geschichte

Thomas, der auch Didymus genannt wird, war nicht bei den anderen Jüngern, als Jesus ihnen zum ersten Mal erschien (Johannes 20,24). Als er später zu ihnen kommt, sagen sie ihm: "Wir haben den Herrn gesehen!" Doch Thomas kann das nicht einfach übernehmen. Er antwortet, dass er die Male der Nägel sehen und die Wunde an Jesu Seite berühren müsse, sonst werde er nicht glauben (Johannes 20,25).

Acht Tage später sind die Jünger wieder im Haus, und diesmal ist Thomas bei ihnen. Die Türen sind verschlossen, und doch kommt Jesus, tritt mitten unter sie und sagt: "Friede sei mit euch!" Danach wendet er sich direkt an Thomas. Jesus fordert ihn auf, seine Hände anzusehen, den Finger herzubringen und auch die Seite nicht zu meiden, sondern nicht zweifelnd zu bleiben, sondern gläubig zu werden (Johannes 20,26-27).

Dann antwortet Thomas mit dem großen Bekenntnis: "Mein Herr und mein Gott!" (Johannes 20,28). Jesus spricht darauf zu ihm: "Weil du mich gesehen hast, hast du geglaubt. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!" (Johannes 20,29). So endet die Begegnung nicht nur mit dem Weg des Thomas zum Glauben, sondern auch mit einem Wort Jesu für alle, die später nicht selbst Augenzeugen sein werden und ihm dennoch vertrauen.