Erlebe den Pfingstweg: Kleopas berichtet, wie Jesus in unsere Mitte kam

Fünftes Lied der CD "Erlebe den Pfingstweg"

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Biblischer Hintergrund

Dieses Lied folgt vor allem Lukas 24,33-49 sowie ergänzend Johannes 20,19-23 und erzählt die Szene bewusst aus der Sicht von Kleopas, den Lukas als einen der beiden Emmausjünger namentlich nennt (Lukas 24,18). Nach der Rückkehr nach Jerusalem berichtet Kleopas mit dem anderen Jünger den Versammelten, was unterwegs geschehen ist und wie Jesus beim Brotbrechen erkannt wurde. Während sie noch davon reden, tritt Jesus selbst in ihre Mitte. Er spricht Frieden zu, zeigt seine Wunden, nimmt die Furcht und sendet die Seinen. Lukas ergänzt, dass die Jünger zunächst erschraken und meinten, einen Geist zu sehen, und dass Jesus vor ihren Augen aß. Johannes betont zusätzlich die verschlossenen Türen aus Angst und erwähnt, dass Thomas bei dieser ersten Erscheinung nicht dabei war (Johannes 20,19.24). Paulus fasst diese frühen Erscheinungen später knapp zusammen, wenn er schreibt, dass Christus dem Kephas und danach den Zwölfen erschienen ist (1. Korinther 15,5).

Strophe 1

Als wir wieder zu den Brüdern nach Jerusalem kamen zurück, waren wir mit schnellem Atem, voll von Staunen und von Glück. Ich erzählte von dem Wege, den der Herr mit uns einst ging, wie er uns das Brot zerbrochen, wie mein Herz im die Höhe spring. Sie saßen hinter festen Türen, denn die Angst hielt alle klein. Doch inmitten ihres Schweigens fiel unser Bericht hinein.

Strophe 2

Noch bewegten wir die Worte, die Maria uns gebracht, was Petrus dort im Grab gesehen, erzählte er uns in dieser Nacht. Plötzlich stand er in der Mitte, ohne Klopfen war uns nah, keine Tür war aufgegangen, und doch stand er vor uns da. Dann erklang sein Gruß des Friedens tief in unsre Furcht hinein. Doch wir fuhren auf und bebten: Konnte das ein Geist nur sein?

Strophe 3

Da sprach er: „Was erschreckt euch? Warum zweifelt ihr an mir? Seht die Hände, seht die Füße, ich bin's selber, ich bin hier.“ Dann zeigte er uns seine Wunden, Hände, Seite, klar und schlicht. Und wir standen tief getroffen vor dem Glanz in seinem Licht. Denn ein Geist hat nicht wie er hier Fleisch und Knochen, Leib und Hand. Jesus, der gekreuzigt worden war, haben wir jetzt hier erkannt.

Strophe 4

Und weil Freude uns noch staunen ließ und keiner es verstand, fragte Jesus: „Habt ihr etwas hier zu essen in der Hand?“ Und sie gaben ihm den Fisch dort, und er aß vor unserm Blick. Was wir niemals mehr zu hoffen wagten, kam zu uns zurück. Nicht ein Traum und nicht Erinnerung, nicht ein Schatten aus der Nacht: Der gekreuzigt worden war einst, stand vor uns in voller Pracht.

Refrain

Jesus lebt, er stand in unsrer Mitte, sprach den Frieden tief in uns hinein. Was verschlossen war aus Angst und Schuld, soll nicht länger unser Kerker sein. Jesus lebt, ich sah die offnen Wunden, Hände und die Seite, klar und wahr. Und der Herr, den man gekreuzigt hatte, stand lebendig mitten unter uns da.

Bridge

Dann hauchte er uns an und sagte: „Heiligen Geist empfangt von mir. Wie der Vater mich gesendet, so sende ich euch jetzt von hier.“ Und er öffnete die Schriften, dass wir Gottes Wege sehn: Der Messias musste leiden und am dritten Tage auferstehn.

Strophe 5

So begann in uns zu wachsen, was wir erst kaum recht verstand'n: Buße, Rettung, die Vergebung soll nun gehen in alle Landen. Von Jerusalem soll ausgehen, was der Herr uns anvertraut. Wir sind Zeugen dieser Dinge, weil sein Friede auf uns baut. Thomas war an diesem Abend nicht mit uns in jenem Raum. Doch was ich mit eignen Augen sah, war kein Gerücht und war kein Traum.

Refrain (Final)

Jesus lebt, er stand in unsrer Mitte, sprach den Frieden tief in uns hinein. Was verschlossen war aus Angst und Schuld, soll nicht länger unser Kerker sein. Jesus lebt, ich sah die offnen Wunden, Hände und die Seite, klar und wahr. Und der Herr, den man gekreuzigt hatte, stand lebendig mitten unter uns da. Friede sei mit euch, Friede sei mit euch.

Die biblische Geschichte

Nachdem die Emmausjünger noch in derselben Stunde nach Jerusalem zurückkehren, finden sie die Versammelten vor und berichten, was auf dem Weg geschehen ist und wie Jesus beim Brotbrechen erkannt wurde (Lukas 24,33-35). Lukas nennt diese Gruppe zusammenfassend „die Elf und die mit ihnen waren“, obwohl Judas schon ausgeschieden ist und Thomas nach Johannes 20,24 bei dieser Erscheinung nicht dabei war. Einer der beiden Emmausjünger wird namentlich Kleopas genannt (Lukas 24,18). Während sie noch davon reden, tritt Jesus selbst in die Mitte der Versammelten und sagt: „Friede sei mit euch“ (Lukas 24,36; Johannes 20,19). Johannes betont, dass die Türen aus Angst verschlossen waren, und nennt ausdrücklich den Abend des ersten Tages der Woche (Johannes 20,19).

Lukas berichtet, dass die Jünger zunächst erschrecken und meinen, einen Geist zu sehen. Jesus antwortet darauf, dass sie seine Hände und Füße anschauen und ihn berühren sollen, weil ein Geist nicht Fleisch und Knochen hat. Danach isst er vor ihren Augen ein Stück gebratenen Fisch (Lukas 24,37-43). Johannes ergänzt, dass Jesus seine Hände und seine Seite zeigt und dass die Jünger sich freuen, als sie den Herrn sehen (Johannes 20,20).

Dann sendet Jesus seine Jünger: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“ und haucht sie an mit den Worten: „Empfangt Heiligen Geist“ (Johannes 20,21-23). Lukas verbindet diese Erscheinung außerdem mit der Auslegung der Schrift und mit dem Auftrag, Buße und Vergebung der Sünden allen Völkern zu verkündigen, angefangen in Jerusalem (Lukas 24,44-49). Thomas war bei dieser Erscheinung nicht dabei (Johannes 20,24), und Paulus fasst diese und die weiteren frühen Erscheinungen später knapp zusammen, wenn er schreibt, dass Christus dem Kephas und danach den Zwölfen erschienen ist (1. Korinther 15,5).