Erlebe den Pfingstweg: Maria berichtet, ich hielt ihn für den Gärtner
Drittes Lied der CD "Erlebe den Pfingstweg"
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Biblischer Hintergrund
Dieses Lied folgt vor allem Johannes 20,1-18, nimmt am Anfang aber bewusst auch Matthäus 28,1 auf, wo Maria Magdalena zusammen mit der anderen Maria zum Grab geht. Markus 16,1 und Lukas 24,10 erwähnen darüber hinaus noch weitere Frauen. Maria bringt danach Petrus und Johannes die Nachricht vom leeren Grab, bleibt später weinend vor dem Grab zurück und begegnet dort dem auferstandenen Jesus, den sie zunächst nicht erkennt. Erst als Jesus sie beim Namen ruft, versteht sie, wer vor ihr steht. So zeigt das Lied den Weg von Trauer und Verwirrung zu persönlicher Begegnung, Hoffnung und Sendung.
Strophe 1
Früh am Morgen ging ich nieder mit der andern Maria mit, trug die Salben, trug das Weinen, trug die dunkle Trauer mit. Als ich dann den Felsen sah, blieb ich voller Schrecken steh'n, denn der Stein war fortgenommen, und das Grab war leer zu seh'n.
Strophe 2
Schnell lief ich zu den Jüngern hin mit dem Schmerz so tief in mir: „Sie nahmen meinen Herrn hinweg, und nun finde ich ihn nicht hier.“ Petrus kam und auch Johannes, sahen Tücher dort im Grab. Dann gingen beide wieder heim, doch mein Weinen ließ nicht ab.
Strophe 3
Vor dem Eingang blieb ich stehen, beugte mich ins Dunkel hinein. Zwei Gestalten, weiß wie Morgen, fragten: „Warum weinst du hier allein?“ Und ich sprach: „Sie nahmen meinen Herrn, ich weiß nicht, wo er blieb.“ Als ich mich dann still umwandte, stand schon einer der mich ansieht.
Strophe 4
Er sprach leise: „Warum weinst du? Wen suchst du hier an diesem Ort?“ Und ich meinte, er sei Gärtner, und er brachte Jesus fort. „Wenn du ihn von hier getragen, sag mir doch, wo ich ihn find. Dann will ich ihn selber holen, weil ich ohne ihn verloren bin.“
Strophe 5
Dann nur dieses eine Wort, sanft gesprochen dort zu mir: „Maria.“ Da fiel der Schleier, und sein Licht brach hell in mir. Da erkannte ich den Meister, fiel vor Staunen vor ihm hin. Jesus lebt, er steht vor mir, und mein Herz erwacht darin.
Refrain
Ich hielt ihn für den Gärtner, doch mein Herr stand vor mir hier. Als er sanft meinen Namen nannte, floh die Nacht so tief aus mir. Rabbuni, mein Meister, du bist wahrhaft auferstand'n. Was ich weinend dort gesucht hatte, nahm mich lebendig an die Hand.
Bridge
„Halte mich nicht fest“, sprach Jesus, „geh zu meinen Brüdern hin. Sag: Ich gehe zu dem Vater, der auch euer Vater ist.“ Was im Grab so leer erschienen, wurde Trost und wurde Licht. Aus den Tränen wurde Zeugnis: Jesus lebt und auch ich sterbe nicht.
Refrain (Final)
Ich hielt ihn für den Gärtner, doch mein Herr stand vor mir hier. Als er sanft meinen Namen nannte, floh die Nacht so tief aus mir. Rabbuni, mein Meister, du bist wahrhaft auferstand'n. Was ich weinend dort gesucht hatte, nahm mich lebendig an die Hand. Jesus lebt, er lebt, und ich hab ihn selbst geseh'n.
Die biblische Geschichte
Am ersten Tag der Woche geht Maria Magdalena früh zum Grab. Matthäus nennt dabei ausdrücklich Maria Magdalena und die andere Maria (Matthäus 28,1). Markus 16,1 nennt zusätzlich Salome, und Lukas 24,10 nennt Maria Magdalena, Johanna, Maria, die Mutter des Jakobus, und weitere Frauen. Johannes stellt Maria Magdalena besonders in den Vordergrund (Johannes 20,1), und ihr Bericht an Petrus und Johannes benutzt die Mehrzahl: „wir wissen nicht“, was gut dazu passt, dass sie nicht allein unterwegs war (Johannes 20,2). Als Petrus und der andere Jünger zum Grab laufen, sehen sie die Leinentücher und gehen danach wieder nach Hause (Johannes 20,3-10). Maria aber bleibt draußen vor dem Grab stehen und weint (Johannes 20,11).
Als sie sich zum Grab hinunterbeugt, sieht sie zwei Engel in weißen Kleidern, die sie nach ihrem Weinen fragen (Johannes 20,12-13). Danach wendet sie sich um und sieht Jesus, erkennt ihn aber zunächst nicht und hält ihn für den Gärtner (Johannes 20,14-15). Erst als Jesus sie mit ihrem Namen anspricht, erkennt sie ihn und antwortet: „Rabbuni“ (Johannes 20,16). Jesus sendet sie daraufhin zu den Jüngern mit der Botschaft seiner Auferstehung (Johannes 20,17-18).