Erlebe den Osterweg: Noch ehe der Hahn kräht
Sechstes Lied der CD "Erlebe den Osterweg"
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Biblischer Hintergrund
Das Lied greift die dreifache Verleugnung des Petrus auf. Die biblischen Belege finden sich in Matthäus 26,69-75, Markus 14,66-72, Lukas 22,54-62 und Johannes 18,15-18 sowie 18,25-27. Besonders deutlich klingt Lukas an, wo Jesus sich umwendet und Petrus ansieht. Das Lied deutet diese Szene als Zusammenbruch des eigenen Mutes und zugleich als Beginn von Reue und Gnade.
Strophe 1
Sie führten Jesus fort in jener Nacht, gebunden vor den Hohen Rat. Petrus folgt ihm aus der Ferne still, auf einem dunklen, schweren Pfad. Er bleibt im Hof bei einem Feuer stehn, die Wächter sitzen ringsumher. Sein Herz ist voll von Angst und Fragen, doch fortgehen will er nicht mehr.
Strophe 2
Da schaut ihn eine Magd genau an im flackernden Schein vom Licht. „Du warst doch auch mit diesem Jesus!“ Doch Petrus sagt: „Ich kenne ihn nicht.“ Er rückt ein Stück zur Seite leise, als wollt er aus dem Schatten fliehn. Doch wieder fragt man ihn dort draußen: „Du bist doch einer auch von ihm!“
Refrain
Noch ehe der Hahn kräht in dieser Nacht, hast du mich dreimal schon verleugnet. So hatte Jesus es gesagt, als Petrus voller Mut bezeugte: „Mit dir geh ich auch in den Tod!“ Doch Angst macht starkes Herz ganz klein. Noch ehe der Hahn kräht in dieser Nacht wird Petrus dreimal schuldig sein.
Strophe 3
Zum zweiten Mal sagt Petrus wieder: „Ich kenne diesen Menschen nicht!“ Die Stimmen werden lauter ringsum, die Zweifel stehn in manchem Gesicht. Ein anderer sagt: „Deine Sprache verrät doch klar, du bist dabei!“ Da schwört Petrus mit lauten Worten: „Den Mann kenne ich nicht!“
Strophe 4
Da kräht der Hahn durch stille Straßen, der Morgen kündigt langsam an. Da wendet Jesus sich im Hof um und sieht Petrus mit traurigem Blick an. Da trifft ihn Jesu Blick ins Herz hinein, die Worte kommen ihm zurück: „Noch ehe heut der Hahn wird krähen verleugnest du mich dreimal.“
Refrain
Noch ehe der Hahn kräht in dieser Nacht, hast du mich dreimal schon verleugnet. So hatte Jesus es gesagt, als Petrus voller Mut bezeugte: „Mit dir geh ich auch in den Tod!“ Doch Angst macht starkes Herz ganz klein. Noch ehe der Hahn kräht in dieser Nacht wird Petrus dreimal schuldig sein.
Outro
Da geht Petrus hinaus in die Nacht, sein Herz zerbricht vor Schmerz und Schuld. Und draußen weint er bittere Tränen, doch Gottes Liebe bleibt voll Geduld.
Die biblische Geschichte
Nachdem Jesus verhaftet worden ist, wird er in das Haus des Hohenpriesters gebracht (Lukas 22,54; Johannes 18,13). Petrus folgt von ferne und setzt sich draußen im Hof zu den Dienern ans Feuer, um zu sehen, wie alles enden wird (Matthäus 26,58; Johannes 18,18). Dort erkennen ihn nacheinander verschiedene Menschen wieder. Eine Magd sagt, dass auch er mit Jesus aus Galiläa gewesen sei (Matthäus 26,69; Markus 14,66-67). Petrus bestreitet es vor allen (Matthäus 26,70). Später sagen andere erneut, dass er zu Jesus gehöre, doch Petrus leugnet wieder und schwört schließlich sogar, dass er den Menschen nicht kenne (Matthäus 26,71-74; Johannes 18,25-27).
Im selben Augenblick kräht der Hahn (Matthäus 26,74; Markus 14,72). Da erinnert sich Petrus an das Wort Jesu, dass er ihn verleugnen werde, ehe der Hahn kräht (Lukas 22,61). Lukas berichtet, dass Jesus sich umwendet und Petrus ansieht (Lukas 22,61). Da geht Petrus hinaus und weint bitterlich (Matthäus 26,75; Lukas 22,62).